wohn raum organisation

Beitrag von Kerstin Sailer zum Architektursoziologie-Seminar „wohnen trans formieren“


Komplette Seminararbeit als PDF


Das Seminar „wohnen trans formieren“, das im Sommersemester 2001 vom Institut für Architektur- und Planungstheorie (IAP) an der Universität Hannover angeboten wurde (betreut von Prof. Dr. Barbara Zibell und Dipl.-Ing. Anke Schröder), warf architektursoziologische Fragestellungen rund um das vielfältige Thema Wohnen auf.
„Ausgehend vom originären menschlichen Habitat wird das Wohnen nach seinen existenziellen Bedingungen und seinen kulturell und gesellschaftlich überformten Ansprüchen und Standards grundlegend hinterfragt und der tradierte Begriff des Wohnens angesichts sich wandelnder Formen des Lebens und Arbeitens, des Produzierens und Konsumierens neu interpretiert“, so die Seminarankündigung.

Das selbstgewählte Thema „wohn raum organisation“ umfasst die Aspekte des Wohnraums (wer wohnt wie), der inneren Raumorganisation (Grundrissgestaltung) und der Organisation von Wohnraum (Selbstorganisation, staatliche Organisation des Wohnsektors, Zugriffsmöglichkeiten). Durch diese Begrenzung konzentriert sich die Arbeit bewusst auf Innenräume und die konkrete engere Wohnsituation. Das Verständnis der Begrifflichkeiten rund um Herrschaft und Emanzipation liegt dem als Theorie zugrunde.
Die Leitgedanken der Arbeit ranken sich um Fragen der Interaktion von emanzipatorischem Wohnen mit emanzipatorischen Prozessen einer Gesellschaft: Hat ein verändertes, kritisches Bauen Einfluss auf die Gesellschaft? Verändert sich dadurch auch der Lebensstil der Menschen? Wieviel Einfluss hat Raum auf Verhalten? Wieviel Einfluss hat Verhalten auf den Raum?

An Hand von drei Projektbeispielen wird aufgezeigt, in welchem Zusammenhang Wohnungsgrundrisse und Emanzipationsbestrebungen stehen: das erste Beispiel ist eine theoretische Untersuchung, die sich der Veränderbarkeit von normierten Wohnungsgrundrissen durch die BewohnerInnen widmet. Die Beispiele zwei und drei analysieren schließlich verwirklichte Wohnbauten – die Regenbogensiedlung in Hannover sowie das selbstorganisierte Wohnungsprojekt SUSI in Freiburg.

Das Fazit der Arbeit muss widersprüchlich bleiben, da keine gesicherten Annahmen in diesem Bereich der Architektursoziologie vorliegen. Während die einen glauben, dass das emanzipatorische Wohnen maximal als Katalysator für eine Bewusstseinsänderung dienen kann und die Beeinfluflung aber meist in anderer Richtung geschieht, nämlich unsere gebaute Umwelt in vielfältiger Form die Emanzipation der Menschen verhindert, so befürworten andere die These, dass enthierarchisierte und nutzungsneutrale Grundrisse durchaus die Einstellungen der BewohnerInnen verändern können. Auch zur Flexibilität gibt es geteilte Meinungen: „An die Variabilität, das Verschieben-Können von Wänden und Fassaden, glaube ich wenig. (…) Die Dynamik steckt in den Lebensformen, während das Bauen eingrenzt, kanalisiert, standardisiert.“ Hartmut Häußermann

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